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Zur aktuellen UntersuchungDie Erhebung zur siebten Auflage des Firmenhandbuches wurde von Juli bis August 2003 im MedienHafen Düsseldorf durchgeführt. In diesem Jahr registrierten wir 290 niedergelassene Firmen im Areal des MedienHafens.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 292 Firmen erfaßt wurden, bedeutet dies einen minimalen Rückgang der im MedienHafen ansässigen Unternehmen. Angesichts der stark angespannten wirtschaftlichen Situation ist dieser Wert unerwartet niedrig.
Gegenüber dem Vojahr sind 51 Unternehmen nicht mehr dort ansässig. Die Gründe hierfür sind konjunkturbedingte Schließungen, Wegzüge oder Fusionen. Dem gegenüber haben sich im Laufe des letzten Jahres erfreulicher Weise 49 Firmen im MedienHafen neu niedergelassen.

In unserer Untersuchung umfaßt der MedienHafen die Gebiete des Neuen Zollhofes, Zollhof, der Kai-, Franzius- und der Speditionstraße, Am Fallhammer und Plange Mühle (Weizenmühlenstr. 21), die Ernst-Gnoß-Straße, das Stadttor sowie die Nebenstraßen der Hammerstraße.

Von den 290 niedergelassenen Firmen im MedienHafen beteiligten sich 160 an der Befragung und nahmen die Möglichkeit wahr, ihr Unternehmen mit Daten und einem kurzen Firmenprofil in der aktuellen Auflage des Handbuches zu präsentieren. Die Rücklaufquote konnte damit in diesem Jahr erfreulicher Weise um 6% auf 56 Prozent gesteigert werden.

Die folgenden Branchen- und Strukturdaten beziehen sich ausschließlich auf das Datenmaterial, daß durch die Erhebungen in den Jahren 2002 und 2003 gewonnen wurde.




     






Branchenstruktur

Die Unternehmen aus dem Medienbereich (hierzu zählen audiovisuelle Medien, Printmedien und Werbung) sind mit 33% die am stärksten vertretene Branche im Untersuchungsgebiet zu. Nimmt man die Firmen der Informations- und Kommunikationsbranche hinzu, so kommen wir auf einen Anteil 41%. Zu diesem Anteil kommt noch eine Reihe von Firmen aus dem Bereich „Rechts-/Unternehmensberatung“, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Medien haben.
An nächster Stelle folgt die Branche der „Rechts- und Unternehmensberatung“. Mit 52 Firmen aus diesem Bereich hat Sie einen Anteil von knapp 18% der 290 niedergelassen Unternehmen. Der Anteil der Firmen aus der Branche „Rechts- und Unternehmensberatung“ nimmt die letzten Jahre stetig. So konnten auch in diesen 3 Firmenneuzugänge aus dem Branchenbereich „Unternehmens-/Rechtsberatung“ für den MedienHafen verzeichnet werden.
An dritter Stelle des Branchenrankings steht dieses Jahr erstmalig der Branchenbereich Gastronomie und Hotels. Seit 1999 hat sich die Zahl der gastronomischen Betriebe von damals 17 auf aktuell 33 Betriebe nahezu verdoppelt. Ein Indiz dafür, daß der MedienHafen auch außerhalb der Arbeitswelt seinen Platz innerhalb des Düsseldorfer Stadtbildes hat. Die Bestrebungen, den MedienHafen nicht nur als reinen Bürostandort zu entwickeln, sondern ihm auch einen hohen Freizeitwert zu verleihen, werden durch diese Entwicklungen gestützt. Das im Sommer diesen Jahres eröffnete „Monkey Island“ erfreut sich in den Nachmittags- und Abendstunden sowie an den Wochenenden sehr großer Beliebtheit. Die Halbinsel an der Speditionstraße ist so besonders für junge Leute zu einem wichtigen Anziehungspunkt in ihrem Freizeitverhalten geworden.



Branchenentwicklung seit 1999




Branche  1999  2000  2001  2002  2003  Veränderung 2002 zu 2003  Veränderung in % 
AV-Medien  29  49  46  48  48    0,0% 
Printmedien  10  18  20  17  17    0,0% 
Information  27  25  26  14  -12  -46,2% 
Kommunikation  11  -3  -27,3% 
Werbung  13  25  23  27  29  7,4% 
Handel  14  18  14  12  -3  -25,0% 
Mode  10  11  15  36,3% 
Gastronomie  17  21  22  27  33  22,2% 
Verkehr  16,7% 
Kreditwesen  12  12    0,0% 
Architektur/Immobilien  19  26  27  23  -4  -14,8% 
Unternehmens-/ Rechtsberatung  13  34  41  49  52  6,1% 
Sonstige  19  20  19  23  21,1% 
               
Summe  139  262  268  292  290  -2  -0,1% 


Stand: 09/2003 Quelle: Eigene Erhebung der Wirtschaftsförderung Düsseldorf



Beschäftigung/Betriebsgröße

Die aktuelle Arbeitsplatzzahl beläuft sich wie auch im Vorjahr auf ca. 5.500. Eine Steigerung der Arbeitsplätze innerhalb der letzten 12 Monate ist somit nicht zu verzeichnen. Diese Zahl basiert auf den Ergebnissen der Umfrage im Jahre 2003, der Auswertung weiterer Untersuchungen sowie vorgenommenen Schätzungen. Mit einer Zunahme der Arbeitsplätze im MedienHafen ist erst wieder dann zu rechnen, wenn sich die allgemeine konjunkturelle Lage wieder ins Positive wendet und es zu Neueinstellungen in den Betrieben sowie Neuansiedlungen kommt. Hierfür stehen Büroflächen in ausreichenden Maße sowohl im ersten Bauabschnitt (Zollhof/Kaistr.) als auch im zweiten Bauabschnitt (Speditionstr.), sowie an der Plange Mühle (Weizenmühlenstr. 21) zur Verfügung.

So ist davon auszugehen, daß in absehbarer Zukunft eine Nachfragesteigerung an Büroflächen zu einer Vielzahl von Neuvermietungen in diesem Gebiet führen wird und der MedienHafen wie bereits in der Vergangenheit wieder eine niedrige Leerstandsrate aufweisen kann.

Die Betriebsgrößenstruktur im MedienHafen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verändert. Nach wie vor prägen kleinere Unternehmen das Bild des MedienHafens. 105 der 160 Betriebe haben weniger als 19 Mitarbeiter. Diese Zahl belegt, daß es sich bei den hier niedergelassenen Betrieben um junge und innovative Unternehmen handelt, in den meisten Fällen der Medien- und Informationsbranche angehörend.

Die größten Arbeitgeber des MedienHafen sind die Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, die Deutsche Fernsehnachrichtenagentur, der Telekommunikation-sanbieter ISIS, der Westdeutsche Rundfunk, und der Teleshoppingkanal QVC sowie die Landesregierung NRW. Diese sechs Firmen stellen ca. 1/3 (1.800) aller Arbeitsplätze im MedienHafen.




     


Standort & AnsiedlungsjahrDie Frage nach den Hauptsitzen oder Niederlassungen bei den ansässigen Firmen ergab, daß 62,5% der 160 befragten Unternehmen einen Firmenhauptsitz im MedienHafen betreiben. Bei 32,5% der Betriebe handelt es sich um Firmenniederlassungen, 5% machten hierzu keine Angabe. Bei der Entwicklung der Betriebsgrößen ist festzustellen, daß der Anteil der Niederlassungen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Der Grund hierfür ist, daß sich im MedienHafen immer mehr etablierte, weltweit tätige Unternehmen, vorwiegend aus den Bereichen Beratung und Immobilien aufgrund des herausragenden Standortes niederlassen.

Die Graphik 3 (Ansiedlungsjahr der Unternehmen im MedienHafen) zeigt charakter-istisch die Entwicklung des ehemaligen brachliegenden Handelhafens zum dem bedeutenden Wirtschaftsstandort MedienHafen. 84% der 160 befragten Unternehmen haben sich seit 1995 hier niedergelassen. Bei den restlichen 10% der Firmen, die vor 1995 im Medienhafen ansässig waren, handelt es sich überwiegend um Unternehmen, die auf der Hammerstraße oder deren Nebenstraßen angesiedelt sind. So kann festgehalten werden, daß es im Areal des alten Handelshafens gelungen ist, den wirtschaftlichen Strukturwandel in einem Zeitraum von weniger als 10 Jahren zu vollziehen. Die heutige Arbeitsplatzzahl von 5.500 liegt dabei deutlich höher als die Arbeitsplatzzahl des alten Handelshafens.

In Graphik 4 wird die unterschiedliche geographische Absatzorientierung der im MedienHafen ansässigen Unternehmen aufgezeigt. Über 40% der Unternehmen bieten ihre Produkte oder Ihre Dienstleistungen europa- bzw. weltweit an. Dieser hohe Wert ist ein Indiz dafür, daß sich die überwiegend jungen Unternehmen gut im Markt etablieren konnten und im globalen Markt durchaus wettbewerbsfähig sind.
Die regional tätigen Firmen, deren Wert bei 27% liegt, sind überwiegend dem gastronomischen Gewerbe zu zurechnen oder bieten persönliche Dienstleistungen wie z. B. Friseure, Photoshops oder Reisebüros an.

Der MedienHafen ist also nicht nur von regionaler Bedeutung, sondern die hier niedergelassenen Firmen agieren weltweit und fördern somit den Bekanntheitsgrad des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf.




     



Ansiedlungsgründe

Die Untersuchung der Ansiedlungsgründe im MedienHafen zeigt auch in diesem Jahr wieder erhebliche Unterschiede innerhalb der Ansiedlungsmotive auf.

Im Bereich der Medien und der Informations- & Kommunikationsbranche wurde besonders großer Wert auf die Agglomerationsvorteile gelegt. Die räumliche Nähe zu vor- und nachgeschalteten Dienstleistern, zu Mitbewerbern sowie das gute Angebot an qualifizierten Arbeitskräften waren in diesem Falle für eine Ansiedlung im MedienHafen ausschlaggebend. Die gute Infrastrukturausstattung des Gebietes mit leistungsfähiger Kommunikationstechnologie beeinflußte die Ansiedlungsentscheidung in einigen Fällen ebenfalls positiv. Außerdem ist dieses Gebiet durch die Agglomeration von Unternehmen in den Bereichen Medien in Verbindung mit dem Namen „MedienHafen“ in der zuvor genannten Branche mit einem repräsentativen Image behaftet, welches die Firmen wiederum positiv für sich nutzen können.

Im Branchenbereich Beratung und Immobilien wurde die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Architektur, die Qualität der Gebäude sowie die attraktive Lage am Wasser als Ansiedlungsgrund genannt.

Für die Unternehmen aus dem Bereich der Werbung war das kreative Umfeld sowie die inzwischen hervorragende gastronomische Ausstattung, die die Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit nutzen, als ein Standortvorteil entscheidend.

Ein Unternehmen aus dem MedienHafen tätigte folgende zutreffende Aussage: „Das Flair im alten Industriehafen sowie das Arbeiten „am Wasser“ macht Spaß und steigert die Motivation der Mitarbeiter.“




     


Verkehr

Ende der 70er Jahre hat die Stadt Düsseldorf beschlossen, die Hafengebiete umzustrukturieren. Bezüglich der Verkehrserschließung wurden von der Bauverwaltung verschiedene Konzepte erarbeitet. Hierbei wurde rasch deutlich, daß die geographische Lage des Hafengebietes quasi einer „Sackgassen“-Situation ohne leistungsstarke Verbindung zum überörtlichen Verkehrsnetz gleichkommt. Zu diesem Zweck wurde Anfang 1990 zunächst die Plockstraße als Haupterschließungsachse aus südlicher Richtung hergestellt.

Durch die kontinuierliche Verdichtung des MedienHafens, weit über die ursprünglich geplanten Grenzen hinaus, ist das vorhandene Straßennetz mittlerweile nur unzureichend in der Lage, den steigenden verkehrlichen Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb ist zur verträglichen Abwicklung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens eine Verbesserung der äußeren Erschließungssituation mittelfristig unerläßlich. Im Rahmen dieser Verbesserung wird im Herbst 2003 entsprechend des Bebauungsplanes die Franziusstraße unter Berücksichtigung der Führung der Buslinien ausgebaut und erweitert.

Im Januar 2004 wird dann mit den Bauarbeiten für die Fußgängerbrücke über das Hafenbecken zwischen Kaistraße und Speditionsstraße begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die letzten Straßenbauarbeiten im Bereich des Wendehammers an der Spitze der Speditionstraße abgeschlossen sein.

Auch in der im Jahre 2003 durchgeführten Umfrage wird das Thema Verkehr von den Anliegern im MedienHafen angesprochen. Thematisiert werden von den ortsansässigen Unternehmen Verkehrsführung und Verkehrsanbindung für den Individualverkehr sowie die Anbindung des Gebietes an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Die Verbesserung des ÖPNVs in das Hafengebiet war und ist ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrserschließung. Die Straßenbahnlinie 704, vom Hauptbahnhof kommend, wird Ihre Endstation an der Franziusstraße/Ecke Speditionsstraße erhalten. Bereits Ende der achtziger Jahre ist die Verlängerung einer Straßenbahnlinie von der Neusser Straße bis zur Franziusstraße fester Bestandteil aller Verkehrsüberlegungen. Zu diesem Zweck wurde in den mittlerweile rechtsverbindlichen Bebauungsplänen entlang der Hammer Straße und Stromstraße die projektierte Straßenbahntrasse baurechtlich gesichert. Das dafür notwendige Planfeststellungsverfahren der Bezirksregierung wird noch in diesem Jahr aufgenommen.

Die Bauarbeiten für ein öffentliches Parkhaus mit 200 Stellplätzen haben bereits begonnen, so daß im nächsten Jahr mit einer Entspannung der Parkplatzsituation im Bereich Hammerstraße, Zollhof und Kaistraße zu rechnen ist.

Das Ziel , eine den Verkehrsanforderungen gerecht werdende Hafenerschließung zu gewährleisten und gleichzeitig den vielfältigen Interessen und Ansprüchen der Anwohner, Investoren, Hafenwirtschaft und Besucher zu genügen, rückt somit in greifbare Nähe.




     




Ausblick

Trotz der aktuell schwachen Nachfrage nach Büroflächen im MedienHafen wird die weitere Entwicklung des Gebietes fortgeführt. Die Bauarbeiten des Mediatowers sowie der Likörfabrik Busch mit Gastronomie- und Eventflächen sind bereits im Gange, neue Planungen für die letzen noch zu entwickelnden Grundstücke im Bereich des ersten Bauabschnittes (Kaistraße/Zollhof) sind abgeschlossen. So wird die Baulücke an der Hammer Str. 21-25 durch ein siebenstöckiges Design-Hotel geschlossen. Nach Abschluß der Bauarbeiten ist die Umsetzung des ersten Bauabschnittes zu 100% abgeschlossen.

Der zweite Bauabschnitt an der Speditionstraße ist ebenfalls sehr weit vorangeschritten. Die Ostseite des Gebietes ist bereits vollständig bebaut, für die Westseite des Gebietes wurde im März diesen Jahres vom Rat der Stadt Düsseldorf eine Gesamtzielsetzung mit der Änderung des Bebauungsplanes für das gesamte Hafengebiet beschlossen. Unter anderem sieht diese Zielsetzung eine Mischbebauung der westlichen Speditionstraße sowie der Kesselstraße vor. Dies bedeutet, daß auf beiden Straßen jeweils 500 Wohnungen entstehen sollen. An der Kesselstraße ist zur Abschirmung gegen den industriell geprägten Bereich an der Weizenmühlenstraße eine Bebauung durch Bürogebäude vorgesehen. Desweiteren sollen hier Nahversorgungsangebote entstehen.

Die Nutzung an der Weizenmühlenstraße bleibt erhalten, jedoch muß dem Brandschutz sowie dem Emissionsschutz gegenüber den Gebieten des MedienHafens Rechnung getragen werden.

Für Ende 2003 ist mit einer öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes für das gesamte Hafengebiet zu rechnen.

So ist festzuhalten, daß auch in Zukunft mit einer deutlichen Attraktivitätssteigerung des MedienHafens wie schon in den vergangenen Jahren zu rechnen ist. Das Wohnen im Hafen nimmt immer konkretere Züge an und wird für zusätzliche Belebung des MedienHafens sorgen.
Für die dort entstehende Wohnbebauung kann aufgrund der attraktiven Lage am Wasser eine sehr große Nachfrage erwartet werden. Eine ähnliche positive Entwicklung ist für Büroflächen zu erwarten. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein Anziehen der allgemeinen konjunkturellen Lage. Da diese bereits für das nächste Jahr von Wirtschaftsexperten erwartet wird, kann voraussichtlich im nächsten Jahr, spätestens aber im Jahre 2005 wieder eine Zunahme der Firmen im MedienHafen erwartet werden.




Standortdaten 2003